Bericht öffentliche Gemeinderatssitzung 21.03.2017

Die Gemeinderäte Betting-Staudenmayer-Zepf haben an der Sitzung nicht teilgenommen und sich entschuldigt. Gemeinderat Pfundt konnte wegen einer Operation nicht teilnehmen. 

Die Scheune selbst war bis auf den letzten Platz besetzt und so konnten die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer eine interessante und harmonische Gemeinderatssitzung verfolgen.

TOP 1:  Kommunale Breitbandstrategieplanung für die Gemeinde Denkingen und FTTB Strukturplanung
Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte der Vorsitzende Herrn Bauer, Geschäftsführer der Breitbandinitiative Tuttlingen sowie Frau Reich, stellv. Geschäftsführerin der SBK Ing. Gesellschaft Ingersheim.

Ausführlich und mit einer Power-Point-Präsentation hinterlegt, gab Geschäftsführer Bauer einen Überblick über die Breitbandinitiative im Landkreis Tuttlingen. Zum Aufbau eines Kreis-Backbone-Netzes wurde eine Kommunalanstalt gegründet, dem sämtliche Gemeinden im Landkreis Tuttlingen sowie der Landkreis selbst angehören. Diese Kommunalanstalt schreibt den Netzbetrieb aus und koordiniert den innerörtlichen Glasfaserausbau der Gemeinde. Die Kommunalanstalt regelt  den Ausbau des überörtlichen kreisweiten Backbone-Netzes und beantragt die entsprechenden Fördermittel. Das Backbone-Netz im Landkreis Tuttlingen wird in 3 Stufen ausgebaut. Der Backbone-Übergabepunkt Denkingen wird 2018 geschaffen. Insgesamt wird der Landkreis Glasfaserkabel auf einer Gesamtlänge von 275 km im Landkreis verlegen. Es gibt 88 Übergabepunkte und es wird eine Netto-Investitionssumme mit 20 Mio. € angesetzt, davon rd. 16 Mio. € Netto-Förderung. 

An die Ausführungen von Herrn Bauer anknüpfend hat Frau Christiane Reich die kommunale Breitbandstrategieplanung für die Gemeinde Denkingen vorgestellt. Die Planung hat detailliert jedes Haus, einschließlich Erlenmühle und Klippeneck erfasst. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mit kleinen Ausnahmen die Gemeinde nahezu flächendeckend durch Unitymedia (früher Kabel BW) versorgt wird. Ein aktueller Versorgungsbedarf wird in den Gewerbegebieten „Sulzen“ und „Hofäcker“ gesehen. Da der übrige Bereich von Unitymedia gut versorgt ist, erschwert dies einen förderfähigen Ausbau mit Glasfaser im restlichen Gemeindegebiet. Derzeit ist aus fördertechnischen Gründen auch nur ein Anschluss von Gewerbebetrieben möglich, wobei auch Home-Office-Arbeitsplätze als Gewerbebetriebe gelten.

Das Gemeindegebiet wurde in 3 Ausbaugebiete eingeteilt. Würden alle 3 Bereiche gleichermaßen mit Glasfaser versorgt, so würde dies einen Invest in Höhe von  rd. 5 Mio. € notwendig machen.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Einstieg in die Glasfaserkabelversorgung in der Gemeinde Denkingen mit dem Ausbaugebiet 1 im Jahr 2018 zu beginnen. Hierbei soll der Bereich Sulzen, Hofäcker, Friedhofstraße bis hin zur Grundschule, Rathaus, Kath. Kindergarten versorgt werden. Insgesamt spricht man von einer Trassenlänge von 6,6 km mit Kosten von rd. 820.000 €. Voraussichtliche Fördermittel für die Gemeinde 35 % (Schätzung) rd. 283.000 €. 

Das Glasfasernetz in der Gemeinde wird von der Gemeinde gebaut und an einen Betreiber gegen Pachtzahlung vermietet. Es werden somit mit den Jahren auch entsprechende Pachtzahlungen eintreffen, die jedoch den Invest bei weitem nicht abdecken werden. Die weiteren Ausbaustufen 2 und 3 sind im Augenblick, auch aufgrund des guten Ausbaus durch Unitymedia und der gesetzlichen Vorgaben, nämlich keine Förderung bei einer ausreichenden Versorgung, derzeit nicht in der Planung. Ausbauphase 2 könnte frühestens 2020 ein Thema werden. Die Glasfaserverlegung findet im Gehwegbereich statt und tangiert auch somit eine spätere Sanierung der Hauptstraße L 433 nicht bzw. nur am Rande.  

Top 2: Ergebnisse der ganztägigen Ortsbegehung des Gemeinderats am 11.03.2017
Am 11.03.2017 führte der Gemeinderat eine ganztägige Ortsbegehung durch. Mit Ausnahme von Gemeinderat Betting und dem wegen einer OP entschuldigten Gemeinderat Pfundt nahmen alle Gemeinderäte entweder ganztags oder zumindest halbtags an der Ortsbegehung teil. Der Bürgermeister berichtete nunmehr dem Gemeinderat über die Ergebnisse dieser Besichtigung.

Insbesondere was die geforderten Rettungswege im Kath. Kindergarten St. Paul und der Grundschule angelangt werden nunmehr alternative Planungen und Berechnungen durchgeführt. Bei der Besichtigung mehrerer Feldwege wurde beschlossen, dass man sich hier Kostenvoranschläge für Sanierungen vorlegen lässt und dann entscheidet, welche Abschnitte in welchem Jahr saniert werden können.

Einen breiten Raum nahm auch die Wasserversorgung ein. Das Wasserdargebot ist derzeit sehr gut. Im Hochbehälter wurden bei der Ultrafiltrationsanlage neue Membrane eingebaut. Die alten Membrane haben weit länger ihren Dienst geleistet als ursprünglich geplant, sodass es sich hier auch um eine sehr kostengünstige Maßnahme gehandelt hat.

Bei der Rossmannquelle gibt es größere Betonschäden, die noch in diesem Jahr behoben werden. Hierzu werden entsprechende Angebote eingeholt.

Weiter befasste sich der Gemeinderat mit einem Fußweg vom Parkplatz Mehrzweckhalle/FSV Sportheim zum neuen Rasensportplatz mit Anbindung Tennisanlage. Auch hier sollen nunmehr die Kosten ermittelt werden. Eine Realisierung ist frühestens für das Jahr 2018 anvisiert. 

TOP 3: Zwischenbericht Modellprojekt „Jugendgerechte Kommune“  der N-Region
Hauptamtsleiter Frank Nann berichtete dem Gemeinderat und den anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörern über den Zwischenstand des Projekts „Jugendgerechte Kommune“.

Hier haben mit den 16 Städten und Gemeinden aus dem gesamten Bundesgebiet verschiedene Work-Shops in Berlin, Hannover und Düsseldorf stattgefunden. Es geht dabei auch jeweils um einen Vergleich der Fortschritte der einzelnen Gemeinden.

Die in der N-Region zusammengeschlossenen Gemeinden Aldingen, Deißlingen, Denkingen, Frittlingen und Wellendingen sind als einzige Kommune/Region aus Baden-Württemberg in diesem Bundesprojekt beteiligt.

In der Zwischenzeit haben auch auf örtlicher Ebene verschiedene Veranstaltungen zusammen mit Jugendlichen stattgefunden. Im Januar war ein ganztägiger Jugendworkshop in Deißlingen mit dem Referenten Udo Wenzel. Dieser ist ein ausgewiesener Fachmann beim Thema Jugendbeteiligung. Aus diesem Workshop heraus sind verschiedene Initiativen entstanden. So wird in diesem Jahr noch ein gemeinsames Treffen von den Jugendlichen mit dem Gemeinderat stattfinden. Weiter werden die Jugendreferenten geschult, dass sie eigene Workshops mit Jugendlichen zum Thema Jugendbeteiligung durchführen können.  

Als zweites befasste man sich mit der Einbindung der Grundschulen. Auch hier fand ein entsprechender Workshop für die Grundschulen der beteiligten Gemeinden statt. Es wird ein Beteiligungsprojekt mit den Kindern der Grundschulklassen 3 und 4 angestrebt. Hier sollen Kinder als „Gemeindedetektive“ die Gemeinde erkunden und dann mit dem Gemeinderat zusammen die erkundeten Punkte diskutieren. Ziel ist es, Kinder bereits für einen Beteiligungsprozess zu begeistern und den Gemeinderat für Belange der Kinder zu sensibilisieren. 

Top 4: Mobilitätskonzept der N-Region
Bereits im September hat der Gemeinderat mehrheitlich einem Mobilitätskonzept der N-Region zugestimmt. Im Kern geht es um die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für jede Gemeinde. Zusammen mit MiKaDo wird dann ein Fahrdienst, insbesondere für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, organisiert. Diese können einen Tag vorab das Fahrzeug mit Fahrer etwa für Arztbesuche, Einkaufsfahrten usw. buchen. Sie werden dann vor Ort abgeholt und ans Ziel gefahren. Soweit erforderlich werden die Fahrer auch abwarten und die Betroffenen wieder nach Hause fahren.

Wenn das Fahrzeug in Denkingen an diesem Tag ausgebucht wird, so wird auf den Pool der Elektrofahrzeuge in der N-Region zurückgegriffen, sodass gewährleitstet sein wird, dass in der Regel ein entsprechendes Fahrzeug mit Fahrer zur Verfügung steht.

Wenn die Maßnahme anläuft, wird die Gemeinde noch einmal sehr ausführlich im Gemeindemitteilungsblatt und ggfs. auch mit einem Flyer über dieses Mobilitätskonzept berichten.  Der Gemeinderat nahm einstimmig Kenntnis hiervon. 

TOP 5: Antrag DRK Ortsgruppe Denkingen auf Bezuschussung neuer Dienstkleidung
Insgesamt besteht die DRK Ortsgruppe Denkingen aus 12 aktiven Mitgliedern. Hier musste nun eine entsprechende Dienstkleidung angeschafft werden mit Kosten in Höhe von 4.700 €. Da der Kreisverband für Schutzkleidung keine Zuwendungen gibt, müsste die kleine Ortsgruppe den Betrag aus Eigenmitteln finanzieren.

Auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung hat der Gemeinderat nunmehr einstimmig beschlossen, diese neue Schutzkleidung mit 50 % (2.350 €) zu fördern. Dabei wird auch die wichtige Bedeutung der DRK Ortsgruppe Denkingen für die Bürgerschaft und die Vereine der Gemeinde Denkingen anerkannt. Im Gegensatz zur Freiwilligen Feuerwehr stellt das Deutsche Rote Kreuz keine Pflichtaufgabe der Gemeinde dar, sodass es sich hier um eine Freiwilligkeitsleistung handelt. 

TOP 6: Einleitung Bebauungsplanverfahren „Sulzen IV“ -  Abschluss Ing. Verträge
Die Gemeindeverwaltung will noch in diesem Jahr mit der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für einen IV. Abschnitt im Gewerbegebiet Sulzen beginnen. Voraussetzung hierfür war nunmehr die Aufnahme der Erweiterungsflächen in die Fortschreibung des jetzigen Flächennutzungsplans der VG Spaichingen. Insgesamt rechnet die Gemeindeverwaltung mit einem ca. 2jährigen Bebauungsplanverfahren. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Vergabe der Ing. Verträge an das Ing.- und Planungsbüro Rottweil mit 31.600 € sowie den landschaftspflegerischen Teil an das Büro Große-Scharmann mit rd. 20.000 €. 

TOP 7: Überörtliche Prüfung der Gemeinde Denkingen 2012 - 2015
Die Jahresrechnungen der Gemeinde Denkingen werden in regelmäßigen Abständen geprüft. Für die Prüfung der Gemeinde Denkingen ist das Landratsamt Tuttlingen, Kommunalamt zuständig. In der Zeit von Dezember 2016 bis Februar 2017 wurden die Haushaltskasse und die Rechnungsführung der Haushaltsjahre 2012 – 2015 geprüft. 

Die Prüfung hat keine Anstände ergeben. Eine Schlussbesprechung entfällt daher. Es wurden keine Feststellungen getroffen, die eine Stellungnahme oder ein Tätigwerden der Gemeinde erforderlich machen.

Weiter stellt der Prüfungsbericht fest, dass die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Prüfungszeitraum geordnet waren. Die Verwaltung hat wirtschaftlich und sparsam gearbeitet, die Vorhaben sind gewissenhaft und zügig durchgeführt worden. Die Einhaltung der Haushaltsgrundsätze wird bestätigt. Die Kassen- und Buchführung entspricht den gesetzlichen Vorgaben. Nach dem Haushaltsplan 2017 und der mittelfristigen Finanzplanung kann die Aufgabenerfüllung die Gemeinde Denkingen im Planungszeitraum als gesichert angesehen werden.

Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Thieringer sprach im Namen der beiden Gemeinderatsfraktionen den Bediensteten der Gemeindeverwaltung und der Kasse/Kämmerei der VG Spaichingen für die vorbildliche und gewissenhafte Arbeit Dank aus. Es ist schon ungewöhnlich, dass in einem Prüfungsbericht keinerlei Verstöße vermerkt werden. Das spricht eindeutig für die gute Arbeit der Bediensteten auf dem Rathaus und in der Kämmerei/Kasse der VG Spaichingen.  

TOP 8: Baugesuche

Einstimmig erteilte der Gemeinderat nachfolgenden Baugesuchen sein Einvernehmen:
Neubau Wohnhaus, Friedhofstraße
Dachaufstockung,  Hozenbühlstraße
Car-Port, Zeppelinstraße
Erweiterung Produktionshalle mit Tiefgarage Firma Fischer fimotec
Überdachter Lagerplatz mit Lager- und Bürocontainer im Gewerbegebiet Sulzen

Top 9: Anfragen  und Bekanntgaben
Aus den Reihen des Gemeinderats wurde übermittelt, dass sich viele Mitbürgerinnen und Mitbürger positiv über den Einsatz der Kehrmaschine geäußert haben. Hierfür vielen Dank an die Gemeindeverwaltung.

Der Vorsitzende gab bekannt, dass zur Bewertung und Erfassung des Infrastrukturvermögens im Zuge der Umstellung des Haushalts von der bisherigen Kameralistik auf die Doppik das Büro Rödel und Partner von der VG beauftragt wurde. Die Kosten für die Gemeinde werden sich auf rd. 15.000 € belaufen. Im Haushaltsplan sind hierfür 20.000 € eingestellt.

TOP 10: Verpflichtung Bürgermeister Rudolf Wuhrer gem. § 42 Abs. 6 Gemeindeordnung   

Der Gemeinderat hatte den stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Thieringer entsprechend den Bestimmungen der Gemeindeordnung für die Verpflichtung des Bürgermeisters gewählt. Da dieser bereits bei der ersten Verpflichtung seinen Amtseid abgeleistet hatte, musste der Amtseid nicht wiederholt werden. Die Verpflichtungsformel gem. § 32 Abs. 2 Gemeindeordnung „Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern. So wahr mir Gott helfe“  legte Bürgermeister Rudolf Wuhrer dann vor dem anwesenden Gemeinderat und den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern sowie Gemeindebediensteten ab. Zu dieser Verpflichtung konnten außerdem Ehrenbürger Hermann Buschle, Pater Sabu Palakkal von der Kath. Kirchengemeinde, Pfarrer Ulrich Dewitz von der Evang. Kirchengemeinde, Herr Christian Haas von der ETG, Rektor Winfrid Sum sowie der ehemalige Rektor Günter Luckner und ehemalige Gemeinderäte begrüßt werden. 

In seiner Ansprache hob stellvertretender Bürgermeister Jürgen Thieringer die geleistete Arbeit in den vergangenen Amtsperioden hervor. Er zollte dem Bürgermeister Respekt dafür, dass er trotz aller Angriffe und der langen Zeit des Wartens der Gemeinde treu geblieben ist und nicht „das Handtuch geworfen hat“. Er freue sich zusammen mit den anwesenden Gemeinderäten auf eine weiterhin vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit.  

Seitens der Gemeindebediensteten überbrachte Iris Stieler die Glückwünsche. Sie betonte hierbei das sehr vertrauensvolle, ehrliche und offene Zusammenarbeiten. „Unser Chef lässt uns viel Freiheit, weil er das entsprechende Vertrauen in uns setzt und wir unser Vertrauen in ihn setzen.“

Bürgermeister Rudolf Wuhrer führte in seiner Antrittsrede aus, dass unsere Gesellschaft vor gewaltigen Herausforderungen steht. Er machte dies am Wandel der Industrie, verbunden mit einem jeweiligen Wandel der Gesellschaft über verschiedene Epochen hinweg deutlich.

Führte die erste industrielle Revolution, mit der Nutzung von Wasser- und Dampfkraft dazu, dass mit Eisenbahnen und Dampfschiffen erstmals große Mengen und Güter an Personen auf eine lange Distanz schnell und günstig befördert werden konnten. Dieser Einstieg in die moderne Zeit hat die Landschaft mit Eisenbahnlinien und Schifffahrtskanälen verändert und die Schnelligkeit, die Geschwindigkeit und die Mechanisierung vieler Lebensbereiche mit sich gebracht.

Die zweite industrielle Revolution wurde durch die Gewinnung der elektrischen Energie, verbunden mit der Massenproduktion eingeläutet. Fortan gab nicht mehr der Mensch, sondern die Maschine den Takt der Arbeit vor und wiederum veränderte sich die Landschaft. Zu den Eisenbahntrassen gesellten sich nun Stromtrassen, Kraftwerke und Autobahnen.

Die dritte industrielle Revolution führte mit der Digitalisierung zu einer Automatisierung von Produktionsabläufen. Die mechanische Bedienung wurde durch EDV-Programme ersetzt. Zu den Eisenbahnlinien, Autobahnen und Stromtrassen gesellten sich nunmehr Funkmasten und Breitbandnetze in unser Landschaftsbild. 

Einher ging dieser Prozess, in dem wir uns ja aktuell noch befinden, mit einer Globalisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft.

Unsere Wirtschaft und somit unser Wohlstand wird nicht mehr nur national gesteuert sondern sie sind vom Weltmarkt und von den Zentrifugalkräften der globalisierten Welt abhängig. Die Welt ist kleiner und sie ist bunter, kulturell vielfältiger, aber eben auch anfälliger geworden. Auf der einen Seite wurden Grenzen durchlässig und es hat nicht nur ein Austausch von Waren sondern auch von Menschen stattgefunden und auf der anderen Seite werden Ängste geschürt und neue Grenzen gezogen.  

Nunmehr stehen wir am Beginn der vierten industriellen Revolution „Industrie 4.0.“ Menschen können durch Roboter ersetzt werden. Kein Lebensraum mehr wird von der Digitalisierung ausgenommen sein. Glasfasernetze, welche unvorstellbare Datenmengen in Sekundenschnelle um die Welt schicken, werden die neuen Eisenbahnlinien und Autobahnen unserer Zukunft sein. Wer nicht an diesem Netz hängt, wird abgehängt. 

Er zeigte dann auf, wie diese industriellen Erfindungen und Revolutionen die Gesellschaft nachhaltig verändert haben und bis zum heutigen Tag verändern. Für Denkingen heißt dies, dass wir weiter agieren und nicht reagieren müssen. Gerade deshalb müssen wir den Wandel unserer Gesellschaft vorausschauend annehmen und aktiv mitgestalten, damit wir uns eben nicht treiben lassen müssen. 

Oftmals neigen wir in unserem Land leider dazu, in Veränderungen und in Notwendigkeiten technischen Veränderungen Teufelswerk anstelle  von Hoffnungen und Verbesserungen unserer Lebens- und Arbeitswelt zu sehen. Dabei bieten gerade die neuen Techniken, bei allen Risiken des Missbrauchs, vor allem Chancen.

Hier nannte er als Beispiel die Telemedizin. Angesichts einer immer dünner werdenden Ärztedichte im ländlichen Raum bringt die Digitalisierung die Möglichkeit der Ferndiagnose und medizinische Überwachung durch die Telemedizin. Weiter ergeben sich hier Chancen für Home-Office, für Lern- und Bildungsmöglichkeiten und Fernwartung.

Das sind nach Ansicht des Bürgermeisters große Chancen, gerade für den ländlichen Raum. Chancen, weil man hochqualifizierten jungen Menschen zum einen den Vorteil des Wohnens in einer ländlichen Umgebung bieten kann und ihnen aber gleichzeitig über die neuen Medien Zugang zu hochqualifizierten Arbeitsplätzen, etwa durch Home-Office schaffen kann. 

Das bedingt aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Er sieht daher an einem weiteren Ausbau einer zeitgemäßen Kinderbetreuung und an familiengerechten Angeboten erste Priorität für die Kommunalpolitik in Denkingen. 

In seiner Ansprache ging er weiter auf die gemeinsamen Ziele in der Nachhaltigkeitsregion ein. Mit dem gemeinsamen Nachhaltigkeitsbericht und dem Klimaschutzbericht haben wir einen Generationsvertrag abgeschlossen. Darin verpflichten wir uns, so mit unseren Ressourcen umzugehen, dass auch nachfolgende Generationen in Denkingen in einer guten Lebens-, Arbeits- und Wohnqualität leben dürfen. 

War die Gemeinde Denkingen zusammen mit Balgheim und Frittlingen in der Region Vorreiter bei der Gründung von MiKaDo, so ist sein Ziel auch künftig, mit innovativen, bedarfsgerechten Lösungen gute Seniorenpolitik zu betreiben. Dazu gehört beispielsweise das Mobilitätskonzept der N-Region. 

Bei all seinen beschriebenen Tätigkeitsfeldern sieht er jedoch die größte gesellschaftliche Herausforderung darin, ein Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft und ein Abdriften in Populismus, Radikalisierung, Hass und der zunehmenden anonymen Verunglimpfung, etwa im Netz und dem Angriff auf unsere liberale, demokratische, freiheitliche und friedliche Gesellschaft gemeinsam entgegenzutreten.  

Es gibt keine Garantie, dass jemand die Demokratie respektiert. Demokratie ist immer Hoffnung und Demokratie ist immer ein offenes Experiment. Demokratie hat Spielregeln und ist darauf angewiesen, dass diese Spielregeln eingehalten werden. Demokratie ist viel Arbeit, kann sein, dass wir gerade dabei zusehen wie leicht es ist sie zu zerstören.

Wir brauchen dazu nicht die große Weltbühne, sondern erleben ja leider auch auf örtlicher Ebene, wie Respektlosigkeit und Hetze das Klima unter den Menschen und im Gemeinderat verändert haben.

Spätestens ab heute sollte jedem klar sein, dass der Wahlkampf zu Ende ist und Denkingen einen rechtmäßigen, mit der demokratischen Mehrheit der Bevölkerung gewählten Bürgermeister hat.

Er dankte den anwesenden Gemeinderäten, dass sie in ihrer Mehrheit auch in schwierigen Zeiten eine gute Arbeit abgeliefert haben. Er dankte insbesondere seiner Ehefrau und seiner Familie für den starken Rückhalt. Ein besonderer Dank galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Denkingen weiß, was sie an dem Team auf dem Rathaus, im Bauhof, Kinderburg, Villa Sonnenschein, Bürgerhaus, Hausmeister, Jugendreferat, Förster und den Reinigungskräften hat.

Der Bürgermeister weiter:
„Vor uns liegt das 1200jährige Jubiläum unserer Gemeinde. Eine Gelegenheit mehr, durch Zusammenhalt und gemeinsames ehrenamtliches Engagement der gesamten Bürgerschaft zu zeigen, was für eine Kraft und Lebensfreude in Denkingen steckt. Er appellierte an alle, zusammen daran zu arbeiten, dass Denkingen weiterhin Heimat für seine einheimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sein darf, und dass es Heimat für jene werden darf, welche zu uns als Neubürger nach Denkingen kommen. Neubürger, weil sie in Denkingen und Umgebung eine Arbeit und ihre Zukunft gefunden haben und Neubürger, welche durch Krieg und Not ihre Heimat verloren haben und als Flüchtlinge zu uns gekommen sind. 

Weltoffenheit und Heimat schließen sich nicht aus. Sie sind das Herz und die Seele einer solidarischen Gemeinschaft und einer vom christlichen Wertekontex  getragenen Gesellschaft.

In  diesem Sinne wünschte er der Gemeinde wieder ruhigere Zeiten; Zeiten der Gemeinsamkeiten und des gegenseitigen Respekts. Er wünschte Denkingen und unserem Land Frieden und Solidarität und mit Gottes Segen eine glückliche Zukunft.                                                 

 
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