Neujahrsbotschaft

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,

das neue Jahr 2018 ist für die Gemeinde Denkingen ein ganz besonderes Jahr, dürfen wir doch die erste urkundliche Erwähnung unserer Gemeinde vor 1.200 Jahren feiern. Wir feiern nicht mit einer Großveranstaltung sondern mit ganz vielen Veranstaltungen das ganze Jahr hindurch. Beginnen werden wir mit dem öffentlichen Neujahrsempfang der Gemeinde Denkingen am 13. Januar in der Mehrzweckhalle. Hierzu lade ich die ganze Bevölkerung herzlich ein.

Einer Schenkungsurkunde vom 10. Oktober 818 verdanken wir das 1200-jährige Jubiläum unserer Gemeinde Denkingen. Auch wenn die Besiedelung unserer Gemarkung schon viel, viel früher begann, was zahlreiche Funde aus der Bronzezeit und nachfolgenden Epochen belegen, so ist jene Urkunde von 818 das erste schriftliche Zeugnis einer Besiedelung unserer Gemarkung.

1200 Jahre Denkingen, das war eine bewegte Zeit. Kriege, Hungersnöte, Seuchen und Not bestimmten über die Jahrhunderte hinweg das Leben der Menschen. Ein Unwetter und die Ernte war dahin und somit stand wieder einmal ein harter, von Hunger und Entbehrung geprägter Winter vor der Türe.

Die hygienischen Verhältnisse brachten eine hohe Kindersterblichkeit mit sich und begünstigten immer wieder den Ausbruch von Seuchen für Mensch und Tier. Handwerk und Landwirtschaft produzierten fast ausschließlich für den eigenen Lebensunterhalt und die Dorfgemeinschaft. Die Welt der Menschen beschränkte sich über Jahrhunderte ausschließlich auf das eigene Dorf.

Auch die territoriale Zugehörigkeit der Gemeinde wechselte im Laufe dieser 1200 Jahre immer wieder. Dabei war Denkingen die längste Zeit seiner Geschichte ein Dorf unter der Herrschaft der Oberhohenberger und in deren Folge unter der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich. Erst im Zuge der napoleonischen Flurbereinigung kam die Gemeinde zu Württemberg und teilte ab diesem Zeitpunkt das Schicksal Württembergs.

Denkingen war immer ein rein katholisch geprägter Ort, der erst nach dem II. Weltkrieg im nennenswerten Umfang evangelische Mitchristen beheimatete. Der Katholizismus prägte den Jahresablauf der Menschen und brachte eine Vielzahl von Festen und Bräuchen bis in die heutige Zeit.

Von einem reinen landwirtschaftlich geprägten Dorf hat sich die Gemeinde, insbesondere in den vergangenen 100 Jahren, zu einer Wohngemeinde mit einer vielschichtigen Struktur an Gewerbe- und Handwerksbetrieben entwickelt. Die Denkinger Bevölkerung verdient ihren Lebensunterhalt heute in der Industrie und im Dienstgewerbe im Ort und in der Region. Dabei ist besonders die Achse Rottweil – Heuberg- Spaichingen – Tuttlingen eine wirtschaftlich starke Region, welche Arbeit und Wohlstand bringt.

Gerade die Jahre nach dem II. Weltkrieg brachten unserem Land Frieden, Demokratie, Rechtssicherheit und somit die Möglichkeit zu Investitionen im Umweltschutz, Bildung, Mobilität, Kultur, Freizeit usw. Das Projekt „Europäische Union“, welches leider immer wieder auch in Frage gestellt wird, hat uns die Versöhnung mit unseren Nachbarn und hat uns Stabilität und Frieden gebracht. War Europa die längste Zeit der 1200-jährigen Geschichte unserer Gemeinde ein Ort der Kriege und blutigen Auseinandersetzungen, so dürfen wir heute in einem Europa des friedlichen Miteinanders verschiedener Nationen, Regionen, Religionen und Kulturen leben. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Über Jahrhunderte hinweg hat sich die Zusammensetzung einer Dorfgemeinschaft so gut wie nicht geändert. Man blieb unter sich und man heiratete untereinander. Die Welt ist globaler geworden und somit sind auch unsere Gemeinden und Städte, ist unsere Gesellschaft bunter und vielfältiger geworden. Unsere Gemeinde wäre arm ohne die vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die seit dem Ende des II. Weltkriegs Denkingen zu ihrer neuen Heimat auserkoren haben. Längst spielt es keine Rolle mehr welcher Religion jemand in unserer Gemeinde angehört; es ist ein gutes, respektvolles und solidarisches Miteinander, welches nicht zuletzt auch bei der Aufnahme unserer Flüchtlinge spürbar und sichtbar wurde.

So bunt und vielfältig unsere Dorfgemeinschaft heute ist, so bunt und vielfältig wollen wir unser Gemeindejubiläum feiern. Seit vielen Monaten wurde an dem Programm und an der Organisation gearbeitet. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben sich ehrenamtlich in Workshops, Arbeitskreisen und unzähligen Besprechungen eingebracht. Das ganze Jahr über werden sich Denkinger Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie die verschiedensten Institutionen und Firmen bei den einzelnen Aktionen einbringen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank und meine Anerkennung. Für die Gemeindeverwaltung war schon die Vorbereitung mit großem zusätzlichem Engagement verbunden und sie wird auch 2018 hindurch stark gefordert sein. Daher auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Denkingen herzlichen Dank. Bei vielen Veranstaltungen sind wir auf Sponsoren angewiesen, denen ich ebenfalls schon jetzt herzlich danke.

All die vielfältigen Aktivitäten und Veranstaltungen werden aber nur dann erfolgreich sein, wenn sie von der Denkinger Bevölkerung angenommen, besucht und unterstützt werden. Daher bitte ich Sie alle um Ihre Unterstützung und ich lade Sie alle herzlich zu den einzelnen Veranstaltungen ein. Programmhefte auch für Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte liegen im Rathaus und in verschiedenen Geschäften aus.

Wir wollen 2018 auf eine wechselvolle 1200-jährige Geschichte zurück blicken, wir wollen gemeinsam feiern und wir wollen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Die Denkinger Bevölkerung hat immer wieder gezeigt, was diese Dorfgemeinschaft, wenn man zusammenhält ausrichten kann. Ich bitte Sie um diesen Zusammenhalt und um diese lebendige, engagierte Dorfgemeinschaft.

Ich wünsche uns allen für unser Jubiläumsjahr mit Gottes Segen eine lebendige Gemeinschaft, Frieden und Wohlstand, Solidarität und bürgerschaftliches Engagement.

Ihnen allen ein gutes und erfolgreiches Jubiläumsjahr.

Ihr

Rudolf Wuhrer
Bürgermeister

 
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