Neujahrsempfang der Gemeinde Denkingen

Rund vierhundert Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie zahlreiche Ehrengäste aus der Region und der Gemeinde waren am Samstag, den 13. Januar 2018 der Einladung der Gemeinde Denkingen zum Neujahrsempfang in die Mehrzweckhalle gefolgt.

Bürgermeister Rudolf Wuhrer mit Ehegattin Monika Wuhrer sowie Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Thieringer mit Ehegattin Ute Thieringer begrüßten die Gäste per Handschlag am Eingang und überbrachten die guten Wünsche für das Jubiläumsjahr.

Unter den vielen Ehrengästen befanden sich der ehemalige Ministerpräsident Prof. Dr. Erwin Teufel mit Gattin, Landrat Stefan Bär, der AfD-Landtagsabgeordnete Lars Patrick Berg, der ehem. CDU Landtagsabgeordnete Franz Schuhmacher mit Gattin, der ehem. SPD Landtagsabgeordnete Fritz Buschle, die Bürgermeister Markus Hugger, Immendingen, Gerhard Reichegger, Wehingen, Karl-Josef Sprenger, Schömberg, Raimund Bader, Frittlingen, Andreas Häse, Dürbheim, sowie die ehemaligen Bürgermeister Albert Teufel und Anton Stier, der Präsident des Bad.Württ. Luftfahrtverbands Eberhard Laur mit dem Geschäftsführer des Luftfahrtverbands Klaus-Michael Hallmayer, der evangelische Dekan Sebastian Berghaus, der Vertreter der IHK Philipp Hilsenbeck, der Vorstand der Kreissparkasse Tuttlingen Markus Waizenegger, vom Staatl. Schulamt Konstanz Herr Stefan Wohlgemut, der Sozialdezernent des Landkreises Bernd Mager, der Kreiskämmerer Diethard Bernhard, der Geschäftsführer der Breitband Initiative Tuttlingen Frank Baur, der Leiter der Musikschule Trossingen Achim Robold, die Vorsitzende des Sportkreises Margarthe Lehmann, die Vertreter der Hirsch-Brauerei, sowie die Kreisräte Dr. Wolfram Debler und Bernhard Schnee.

Weiter waren anwesend Ehrenbürger Hermann Buschle, Pater Sabu Palakkal, Christian Haas ETG, Schwestern Elcitta und Sheena, Schulleiterin Christina Herrmann mit ihren Vorgängern Winfried Sum und Günter Luckner, die Gemeinderäte und ehemaligen Gemeinderäte, Vertreter der Kirchengemeinden, die Leiterinnen der Kindertagesstätten und der Mediathek mit ihren Teams, Vertreter der Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die Träger der Verdienstmedaille der Gemeinde Denkingen, Vertreter der Vereine und Institutionen, Gemeindebedienstet und ehem. Gemeindebedienstete und viele ehrenamtlich tätige Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Wegen der Koalitionsverhandlungen in Berlin musste sich kurzfristig der CDU Bundestagsabgeordnete Volker Kauder entschuldigen, ebenso musste sich Minister Guido Wolf CDU sowie die ehemaligen Abgeordneten Roland Ströbele CDU, Ernst Pfister FDP und Ernst Burgbacher FDP entschuldigen.

Der besondere Ehrengast an diesem Abend war der Festredner Prof. Dr. Werner Mezger aus Rottweil.

Der Neujahrsempfang wurde vom Musikverein Denkingen unter seinem Dirigenten Andreas Lewedey mit dem Stück „A little Opening“ eröffnet. Der anschließende Film über Denkingen von Christian Seid zeigte gleich zu Beginn der Veranstaltung die kulturellen Schätze der Gemeinde Denkingen sowie die herrliche Landschaft in welche die Gemeinde eingebettet ist auf. Der Film wir in Kürze auf der Homepage 1200 Jahre Denkingen eingestellt. Hier sind ebenfalls Fotos vom Neujahrsempfang eingestellt.

In seiner Begrüßung hob Bürgermeister Rudolf Wuhrer hervor, dass es sich erst um den zweiten Neujahrsempfang der Gemeinde Denkingen handelt, und man so die Bedeutung dieses Neujahrsempfangs 2018 ermessen kann. Der erste Neujahrsempfang der Gemeinde fand zur Jahrtausendwende statt. Das Festjahr 2018 wird mit einem weiteren Neujahrsempfang am 12.01.2019 beendet werden.

Er dankte dem anwesenden ehemaligen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Erwin Teufel, welcher die Gemeinde Denkingen als ehemaliger Bürgermeister von Spaichingen, als Staatssekretär, als Ministerpräsident und als bis heute beliebter und respektierter Landespolitiker begleitet hat. Es ist mit sein Verdienst, dass die Gemeinde Denkingen ihr Jubiläum als selbständige Gemeinde feiern darf und nicht als Ortsteil ein Anhängsel eines großen Gebildes sein muss.
Sein Dank galt der Unterstützung der ehemaligen und derzeit amtierenden Europa-, Bundes- und Landesabgeordneten.

Weiter dankte er Landrat Stefan Bär und mit ihm den Mitarbeitern des Landratsamts Tuttlingen für die gute vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Neben dem Dank an die Vertreter der Kirchen, des Ehrenamts, der Firmen und Vereine, bedankte sich der Bürgermeister bei der gesamten Bürgerschaft.  „Jeder von ihnen hat auf seine Weise die Geschichte unserer Gemeinde begleitet und mitgestaltet. Denkingen ist eine lebendige, eine umtriebige und eine erfolgreiche Gemeinde – das ist auch ein großer Verdienst einer engagierten Bürgerschaft.“

In seiner Ansprache führte Bürgermeister Rudolf Wuhrer weiter aus: „Die Welt, die Gesellschaft, die Heimat, das Arbeits-, Wohn- und Freizeitverhalten, all das hat sich in den vergangenen 1200 Jahren ständig verändert. Die Geschichte ist ein fortwährender Wandel, und so mussten sich die Menschen in Denkingen immer schon den Herausforderungen ihrer Zeit stellen. Dies waren über die längste Epoche dieser 1200 jährigen Geschichte Kriege, Seuchen, Brandschatzungen, Unglücksfälle und Hunger. Es galt aber auch Feste zu feiern, Brauchtum zu pflegen und eben auch Unheil zu erdulden.

Doch noch nie in der Geschichte unserer Gemeinde ging es den Menschen und ging es der Gemeinde so gut wie in unseren Tagen. Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat, wir leben in einer der wohlhabendsten Regionen der Welt, wir leben in einer Landschaft ohne der Gefahr ständiger Naturkatastrophen, wir haben Vollbeschäftigung, die Menschen werden beständig älter und sind sozial abgesichert, wir dürfen das Geschaffene von einer Generation an die andere weitergeben, ohne dass ein Krieg alles zerstört hat – kurzum es geht uns gut.

Leider hat man dabei oft auch das Gefühl, dass je besser es Menschen geht, desto unzufriedener werden sie. Und das ist nicht ungefährlich und eben auch ein Spiel mit dem Feuer.
Wieder stehen wir vor großen Herausforderungen. Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt, Migration, Globalisierung um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das verunsichert viele, das beängstigt viele und das ist die Hochblüte von Populisten und politischen Demagogen weltweit.

Ein Blick in die Geschichte unserer Gemeinde aber zeigt, dass auch die Generationen vor uns vor gewaltigen Herausforderungen standen.  Dabei ging es sehr oft um die nackte Existenz und das Durchkommen über den nächsten Winter.
Sie haben uns das Erbe einer 1200-jährigen Geschichte hinterlassen. Es liegt nun an uns, die vor uns stehenden Herausforderungen als Chancen anzunehmen und dieses Erbe den nachfolgenden Generationen zu übergeben.
Wir haben eine Verantwortung nicht nur für das „Jetzt und Heute“, wir haben eine Verantwortung auch für das „Gestern“ und vor allem haben wir eine Verantwortung für die Zukunft, für unsere nachfolgenden Generationen in unserer Gemeinde, in unserem Land und in unserem Europa.
Es liegt an uns die Herausforderungen unserer Zeit anzunehmen und erfolgreich umzusetzen.

Lassen Sie  uns in diesem Sinne dankbar zurück, und hoffnungsvoll, optimistisch nach vorne blicken und lassen Sie uns in diesem Sinne 2018 gemeinsam festen und feiern. Hierzu lade ich Sie herzlich ein.“

Heimat – ein Thema von gestern in der Welt von morgen, so lautete der spannende und humorvolle Vortrag des bekannten Fastnachts-, Brauchtums- und Heimatexperten Prof. Dr. Werner Mezger. Mit einer Power-point-Präsentation zeigte der die verschiedenen Herangehensweisen an das Thema Heimat, die geschichtliche Veränderung des Begriffs und die Einbettung von Heimat in die geologischen, historischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten auf. Sein Fazit am Ende des Vortrags war, dass Heimat kein verstaubter, alter Begriff ist sondern, dass er Werte  und Wurzeln unseres Daseins aufzeigt und vermittelt. Der langanhaltende Beifall zeigte, dass der Vortrag von Werner Mezger das Publikum erreicht hatte und am Abend noch zur manchen Diskussion beigetragen hatte.

Hauptamtsleiter Frank Nann kündete dann die Europhymne und die Deutsche Nationalhymne, vorgetragen vom Musikverein, dem Kath. Kirchenchor und dem MGV Liederkranz an:
“  Europa musste in den 1200 Jahren der Gemeinde Denkingen immer auch als ein Kontinent der Kriege, Seuchen, Not und Elend wahrgenommen werden. Der dreißigjährige Krieg hat den Ort nahezu vollständig vernichtet. Truppen unterschiedlicher Nationen wurden auf ihren Durchzügen einquartiert, haben gebrandschatzt und Schrecken und Not verbreitet.

Erst nachdem zwei Weltkriege dieses Europa bis auf die Grundmauern erschüttert haben, haben sich die Nationen dieses Kontinents auf ihre verbindenden gemeinsamen Wurzeln entsonnen. Ein christliches Menschenbild; die Errungenschaften der französischen Revolution und die Erfahrungen von Diktatur und Kriegen haben den Völkern Europas den gemeinsamen Weg zu einem friedlichen und vereinten Europa aufgezeigt. Denkingen hat diese Entwicklung der vergangenen 70 Jahre, die längste Friedenszeit in seiner 1200-jährigen Geschichte gebracht.

Mit der Europahymne wollen wir unsere Dankbarkeit für diese über 70-jährige Friedenszeit und den Wunsch für das weitere friedliche Zusammenleben in Europa zum Ausdruck bringen.

Seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland und seit dem Fall der Mauer in einem wiedervereinigten Vaterland, geht es in unserem Land und geht es in unserer Gemeinde bergauf. Es geht uns in Deutschland, es geht uns in unserer Region, so gut wie nur noch in ganz wenigen Regionen dieser Welt. Darüber dürfen wir stolz sein und dafür wollen wir dankbar sein.“

Eigens für diesen Auftritt hat Dirigent Andreas Lewedey die Noten für die Europahymne umgeschrieben.

Der ganze Saal sang am Ende zusammen mit den beiden Chören und dem Musikverein das Deutschlandlied. Manch einem war dabei die Ergriffenheit und der feierliche Moment dieser Veranstaltung anzusehen.

Bürgermeisterstellv. Jürgen Thieringer bedanke sich zum Schluss bei dem Festredner Prof. Dr. Werner Mezger,
bei Bürgermeister Rudolf Wuhrer, Bauhof und Rathausteam für die gelungene Organisation, beim Musikverein, Kirchenchor und Männergesangverein für die feierliche und würdige Umrahmung des Neujahrsempfangs,
bei Christian Seid für den gelungenen Heimatfilm,
bei den beiden Caterern Metzgerei Bippus und Züchterheim,
bei der Volkstanzgruppe und den Motorradfreunden für die Mithilfe
bei der Hisch-Brauerei für das Denkinger Festbier sowie bei allen anwesenden Gästen für ihr Kommen.

Im Anschluss wurde das Festbier mit dem Denkinger Festetikett im Saal verteilt. Auf der Bühne wurden die Sängerinnen und Sänger, die Musikanten und Ehrengäste mit einem Jubiläumsbier ausgestattet. Gemeinsam wurde dann dieses Festbier mit einem gemeinsamen „Knall“ eröffnet und gemeinsam wurde auf das Jubiläumsfest angestoßen.

Ein rundum gelungener Abend.


Weitere Fotos unter www.1200-jahre-denkingen.de

 
powered by KIRU