Bericht öffentliche Gemeinderatssitzung 20.11.2012

TOP 1:  Friedhofshalle – Sanierung oder Neubau
Nach einer Präsentation durch Dipl. Ing. Karl Hermle aus Gosheim fiel die Entscheidung schnell und einstimmig: Die Friedhofshalle wird nicht abgebrochen, sondern grundlegend saniert und erweitert. Diese Maßnahme erfolgt aber nicht 2013, sondern frühestens 2014. 

Die Friedhofshalle wurde 1974 im Stile der damaligen Zeit gebaut. Im Laufe der letzten 35 Jahre haben sich die Objektanforderungen hinsichtlich der Funktionen, der notwendigen Größe und den technischen Anforderungen erheblich geändert. So ist die Halle beispiels-weise offen und stellt gerade im Winter ein erhebliches Problem dar. Die Leichenzellen haben eher Abstellkammercharakter und sind vollkommen ungeeignet, um für die Angehörigen in Würde Abschied zu nehmen. Bei den Trauerfeierlichkeiten bleibt der Sarg in der Leichenzelle und steht nicht im Mittelpunkt der Feierlichkeit. Es gibt nicht ausreichend Sitzplätze noch entsprechend ausreichend Platz für Chor und Pfarrer. Auch ist die sakrale Ausgestaltung der Friedhofshalle äußerst dürftig. Die WC-Anlage ist weder alters- noch behindertengerecht. Bestattungen werden zunehmend individualisiert und finden zunehmend auch außerhalb des kirchlichen Raums statt. 
Aus diesem Grunde hat sich die Gemeinde schon seit einiger Zeit auf den Weg gemacht, zusammen mit den Ev. und Kath.  Kirchengemeinden sowie der Evangelischen Freikirche ETG mit Beratung des Bestattungsinstituts Hertkorn, Möglichkeiten zu suchen, die Friedhofshalle den heutigen Anforderungen anzupassen. Hierbei wurden ein gemeinsamer Anforderungskatalog erstellt und im Vorfeld auch verschiedene Aussegnungshallen in der Umgebung besichtigt. Bürgermeister Wuhrer hat immer wieder betont, dass eine Entscheidung im Gemeinderat für einen Neubau oder eine Erweiterung erst dann gefällt werden kann, wenn entsprechende Fakten vorliegen. Diese Fakten hat nun das Planungsbüro Hermle geliefert. Dabei liegen die Kosten für einen Neubau nur unwesentlich über denjenigen einer Sanierung und Erweiterung. 

Die Lage der Friedhofshalle mit dem Haupteingang ist optimal. Bei beiden Lösungen muss das Gefallenendenkmal jedoch versetzt werden, was angesichts der zur Verfügung stehenden Fläche kein Problem darstellt. Die vorhandenen Funktionsräume wie Leichenzellen, WC, Abstellräume, Raum für Pfarrer können im Wesentlichen erhalten bleiben, werden jedoch grundlegend saniert. Weiter bleibt das ortsbildprägende Ensemble insbesondere mit dem Turm erhalten. Dies war in der Diskussion im Gemeinderat auch ein zentrales Anliegen. Die Halle könnte Richtung Eingang wesentlich erweitert und geschlossen werden. Sie könnte dann Platz für 100 Sitzplätze und weitere Stehplätze bieten. Zwischen den beiden Leichenzellen, die voneinander getrennt werden, entsteht ein größerer Zwischenraum, der dann dafür geeignet ist, dass Angehörige in Ruhe und Würde Abschied von dem Verstorbenen nehmen können. Der Sarg soll dann künftig aus den Leichenzellen heraus in die Aussegnungshalle geführt werden und soll somit künftig im Mittelpunkt einer Beerdigungsfeierlichkeit stehen. Ein entsprechend sakralgestalteter Chorraum soll genügend Platz für Chor, Orchester, Pfarrer und ggfs. eine kleine Orgel bieten. Über Details kann jedoch erst im Laufe des weiteren Verfahrens gesprochen werden. Insbesondere ist es dem Gemeinderat wichtig, dass nunmehr bei der weiteren Planung die Vertreter der Kirchen wieder mit am Tisch sitzen. Das WC soll alters- und behindertengerecht so gestaltet werden, dass es vom Friedhof aus zugänglich ist. Über eine Lautsprecheranlage soll sichergestellt werden, dass bei einer großen Beerdigung auch eine Übertragung ins Freie stattfinden kann. Des Weiteren soll die Halle gerade durch die Verlängerung ihren bisherigen tristen Betoncharakter verlieren. 

Im jetzigen Stadium, wo Kosten noch sehr schwer abschließend einschätzbar sind, kann man bei der Sanierung von ca. 600.000 € ausgehen. Die Kosten werden sich aber ganz erheblich nach dem Ausstattungsgrad der Halle richten. 

Man möchte nun das Jahr 2013 dazu nutzen, die Planung weiter voranzutreiben, sodass im Laufe des kommenden Jahres die Kosten exakt ermittelt werden können. Es muss dann geprüft werden, ob man bereits 2014 an dieses Projekt gehen kann. Die Planung selbst soll dann im ersten Halbjahr 2013 im Rahmen einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

TOP 2: Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2013
Rückblickend war das Jahr 2012 ein sehr gutes Forstwirtschaftsjahr mit guten Betriebsergebnissen. Entsprechend positiv wird auch das Jahr 2013 bewertet, wobei eine solche Prognose immer sehr schwierig zu wagen ist. Insbesondere Wetterkapriolen, aber auch die Wirtschaft bestimmen Nachfrage und Preis. Insgesamt wird 2013 mit einem positiven Betriebsergebnis von 14.800 € gerechnet. Der Gemeinderat hat der Betriebsplanung 2013 einstimmig zugestimmt. 

TOP 3: Gemeindeeigene Aufforstungsflächen
Die Stadt Trossingen hat für die Erschließung eines Gewerbegebiets erhebliche Waldflächen benötigt, die sie nun ausgleichen muss. Sie wäre nun bereit, die Aufforstungskosten auf fremden Gemarkungen zu übernehmen. Revierleiter Joachim Reger sieht hier die einmalige Chance, Unlandflächen auf Kosten der Stadt Trossingen aufzuforsten. Die Flächen und der Wald, insbesondere später einmal der Ertrag, bleiben im Eigentum der Gemeinde. Im Gemeinderat herrschte Einigkeit darüber, dass man nur derzeit nicht bewirtschaftete Flächen aufnehmen soll und insbesondere auch auf Biotopflächen Rücksicht zu nehmen hat. Im Einzelnen hat dann der Gemeinderat über jede vorgeschlagene Fläche abgestimmt und nunmehr einen entsprechenden Flächenpool gebildet.

TOP 4: Förderung Bauplatzverkauf Lehräcker für junge Familien
Die bisherige Förderung aus dem Jahr 2010 wird nunmehr bis zum 31.12.2015 verlängert. Diese Familienförderung hat sich als sehr positiv erwiesen. Bei entsprechenden Voraussetzungen wird ein Nachlass von 6.000 € beim Kauf einen Bauplatzes gewährt. 

TOP 5: Baugesuche
Einstimmig erteilte der Gemeinderat einem Baugesuch der Schlosserei Martin Schnee zum Anbau eines Umlaufregales an die bestehende Werkstatt sein Einvernehmen.       

 
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