Nachhaltigkeitsveranstaltung – Hauptsache Konsum?


Über 60 Interessierte aus dem ganzen Landkreis, darunter viele Familien, fanden am 21.10.2019 den Weg in die Pfarrscheuer. Bürgermeister Butz begrüßte die Gäste zu einem inspirierenden und motivierenden Abend mit interessanten Impulsen. Anschließend erklärte Ex-Jugendsprecher Marvin Hermann den Gästen, was die Jugendsprecher zur Wahl des Themas bewegte. Inspiriert wurden sie bei ihrer Planung vor allem von der Nachhaltigkeitsinitiative Baden-Württemberg. Sie haben sich im Vorfeld intensiv mit dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ auseinandergesetzt. Bereits im Mai nahmen fast alle Jugendsprecher an der 72h-Aktion teil und erneuerten einen Waldweg in Frittlingen.
Um das Thema des Abends für die Gäste lebendig zu machen, zeigten die Veranstalter einen kurzen Filmausschnitt mit vielen wachrüttelnden Fakten. Anschließend begann Frau Güttler vom Landratsamt Tuttlingen (Bereich Ernährung) mit einer Darstellung der Umweltwirkungen von unserem täglichen Lebensmittelverbrauch. Um den lösungsorientierten und motivierenden Teil der Veranstaltung zu beginnen, nannte Frau Güttler Handlungsvorschläge. So könne jeder Mensch darauf achten, regionale Produkte zu kaufen, um den weiten Weg per Flugzeug oder Lastwagen einzusparen. Als zweite Referentin des Abends berichtete Frau Scheller vom Unverpackt-Laden in Zimmern o. R. von ihren frustrierenden Erfahrungen mit Plastikspielzeug und ihrer Motivation in ihrem eigenen Haushalt, wie auch in ihrem Laden, möglichst wenig Plastikmüll zu verursachen. Die Gäste konnten Frau Scheller Fragen zu ihrem Laden und den dahinterliegenden Entscheidungen stellen. Die dritten und letzten Referentinnen, Frau Horn und Frau Vollmer von der Foodsharing Initiative Rottweil, erzählten ausführlich von ihrem täglichen Job als „Foodsaver“. Jeden Tag fahren die beiden zu unterschiedlichen Betrieben, um Gebäck und Produkte zu „retten“. Die Referentinnen forderten die Gäste auf das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel zu hinterfragen. „Jeder hat einen Geruchs- und einen Geschmackssinn, mit welchem er selbst testen kann, ob Produkte tatsächlich weggeworfen werden müssen“, so Frau Horn. Wer selbst Lebensmittel retten möchte, kann sich auf der Foodsharing-Homepage als Foodsharer registrieren.
Im Anschluss an die verschiedenen Impulse lud das Jugend-Team der Gemeinde Frittlingen zu einem gemütlichen Ausklang mit Joghurt, Quark und Apfelsaft vom regionalen Bauer. Zusätzlich gab es belegte Brötchen, die zuvor von der Foodsharing-Initiative „gerettet“ worden waren. Auch gerettetes Obst, Gemüse und Konserven wurden von der Initiative verteilt.