Volkstrauertag 2019


Herzlichen Dank Herrn Pfarrer Oliver Helmers von der Evangelischen Kirchengemeinde und Herrn Norbert Schnee von der Katholischen Kirchengemeinde für da gemeinsame ökumenische Gebet. Dank den Fahnenabordnungen der Vereine für ihre Teilnahme. Dank der Freiwilligen Feuerwehr für die Verkehrsleitung und Dank den Grundschülern mit Frau Nora Greiling für das Vorlesen der Gefallenen des 2. Weltkriegs. Dank dem Musikverein mit Dirigent Achim Lewedey und dem Männergesangverein mit Dirigent Anton Villing für die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier.

In seiner Ansprache erinnerte Bürgermeister Rudolf Wuhrer an die vielen freudigen und schmerzvollen Gedenktage in diesem Jahr wie 30 Jahre Mauerfall oder den Kriegsbeginn 1939.

Man müsste denken, dass die Mitmenschen in unserem Land aus den Gräueltaten zweier Unrechtssysteme der Nazis und der SED sowie dem grenzenlosen Leid von Krieg, Verfolgung, Flucht und Vertreibung gelernt hätten – Nie wieder Krieg und nie wieder Hass und Hetze.

Dabei spüren wir in diesen Tagen wie in unserem Land wieder vieles aus den Fugen gerät. Unsere jüdischen Mitbürger werden wieder bedroht; Synagogen, Moscheen und Kirchen sind Opfer von Anschlägen und radikale Parteien sind auf dem Vormarsch. Welche Verrohung und welche Geschichtsvergessenheit legen sich hier wie dunkle Nebelschwaden über unser Land.

Es sind immer zuerst die Worte die töten, dann folgen die Taten. Parolen und rechtsradikale Aufmärsche, die Entgleisungen von rechtspopulistischen Politikern in den Parlamenten und die Hetze und Drohungen in den digitalen Netzwerken erinnern fatal an Zeiten die wir längst für überwunden geglaubt haben. Menschen in unserem Land werden wieder Opfer rechtsradikalem Gedankengut, Politiker werden bedroht und im Fall des Kassler Regierungs-präsidenten Walter Lübcke ermordet.

Wir dürfen das Leid der Opfer zweier Weltkriege, das der Heimatvertriebenen und Flüchtlingen, der Opfer von politischer Verfolgung und Rassenwahn nicht dadurch entwürdigen und in den Schmutz ziehe, dass wir wieder Hass und Hetze in unserem Land zulassen. Wir müssen aufstehen, jeder an seinem Platz und Einhalt gebieten.

Niemand mehr kann sagen, das habe ich nicht gewusst. Wir wissen aus unserer leidvollen Geschichte was Überheblichkeit, was Nationalismus und was Hass und Ausgrenzung angerichtet haben und anrichten können. So soll das Gedenken am Volkstrauertag auch ein Weckruf sein.