Die schwäbisch-alemannische Fasnet hat auch in Denkingen eine lange und alte Tradition. Heutzutage wird die Fasnet von der Klippenecker Plätzlenarrenzunft Denkingen organisiert.

Drei Narrentypen prägen die Denkinger Fasnet. Zum einen ist es der Plätzlenarr, der auch der Narrenzunft ihren Namen verlieh. Nicht nur zahlenmäßig das häufigste Narrenhäs, sondern gleichzeitig auch der farbenprächtigste Denkinger Narr. Dieser Narrentyp gibt es seit 1973.

1986 gesellte sich zum Klippenecker Plätzlenarr noch das Pfarrbachweib hinzu. Dieser Narrentyp geht auf eine 1743 ausgetragene Fehde zwischen dem damaligen Pfarrer und der Pfarrgemeinde zurück. Mit ein Grund für diesen Streit, an dessen Ende ein paar Denkinger Frauen den Pfarrer mit ihren Schürzen in den Pfarrbach trieben war, dass dieser das traditionelle Fasnetsweckle verweigerte.

Das älteste Narrenhäs ist jedoch die „Gelbe Kutte“, mit einer dem Rottweiler Federehannes nachempfundenen Maske. Wie alt dieses Narrenfigur ist weiß man nicht. Nachdem aber bereits in alten Gemeinderatsprotokollen von vermummten Narren die Rede ist, kann man von einem durchaus alten Narrentyp ausgehen.

Traditionell wird die schwäbisch-alemannische Fasnet mit dem „Abstauben“ am Drei-Königstag eröffnet. Die im schwarzen Frack ausstaffierten Frauen und Männer des Elferrats ziehen dabei von Haus zu Haus und beseitigen die  Masken von Plätzlenarr, Pfarrbachweib und „Gelbe Kutte“ von ihrem Staub. Dabei geht es in den entsprechenden Häusern in der Regel schon recht närrisch und feucht fröhlich zu.

Eine Tradition, die es nur noch in wenigen Gemeinden gibt, ist das Ansäen am Schmotzigen Donnerstag. Hackerweiber, Ausscheller und Ansäer verteilen den „Narrensamen“ im Ort und in den Häusern, auf dass die Saat der Fasnet auch künftig aufgehen möge. Am Abend wird dann noch das Rathaus gestürmt und Schultes und Gemeinderat werden durch das närrische Regiment ersetzt. Als Zeichen dieser Herrschaft wird regelmäßig ein prächtiger Narrenbaum vor dem Rathaus aufgebaut, der dann am Dienstagabend versteigert und gefällt wird.

Schmotzigengruppen berichten dann in den Wirtshäusern auf humorvolle Art vom Missgeschick mancher Denkinger Zeitgenossen. Dabei liegen Dichtung und Wahrheit oft nicht weit voneinander entfernt.

Neben dem Fasnetsball der Narrenzunft am Samstagabend stehen der Montag und Dienstag dann ganz im Zeichen der Narren. Wird am Dienstag eher intern genarrt und gefeiert, so schlängelt sich am Montag regelmäßig ein prächtiger und farbenfroher Umzug von verschiedenen Gruppen und Zünften durch den Ort.

Am Aschermittwoch ist dann bekanntlich wieder alles vorbei und dabei „goht es schon wieder dagege“, will heißen, die nächste Fasnet steht auch schon wieder vor der Türe.

www.narrenzunft-denkingen.de

Pfarrbachweib und Plätzlenarr